Staatl. ÖA u. Kommunikationspolitik in Preußen: 1848-1857

Staatliche Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationspolitik in Preußen: 1848-1857

Vorgeschichte

Vorbemerkungen

Abb.: Hardenberg-Denkmal in Berlin/Dönhoffplatz (Modell) von Martin Goetze (†1931). Quelle: Müller-Bohn, Hermann: Die Denkmäler Berlins (1905) / Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Das PR-Museum hält eine Reihe von Beiträgen über staatliche PR und Kommunikationspolitik in Preußen vor. Eine diesem Beitrag chronologisch vorausgehende Abhandlung beschäftigt sich beispielsweise mit dem Zeitabschnitt 1814/15-1822, also der Geschichte vom Wiener Kongress bis zum Tod von Staatskanzler und „Chef“-Reformer Hardenberg 1822.

Dem vorliegenden Beitrag chronologisch folgen Abhandlungen zur staatlichen Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationspolitik Preußens von 1858 bis 1871 sowie zur Pressepolitik Bismarcks. Thematisch verwandt ist ein Beitrag zur Geschichte des Literarischen Büros in Preußen.

Rückblick auf die Zeit von 1815 bis 1847

Nach dem Wiener Kongress von 1815 setzte in Preußen und Europa eine Phase der Restauration ein. Mit dem Tode des Reformkanzlers Hardenberg 1822 trat zudem ein wichtiger Innovator staatlicher Öffentlichkeitsarbeit ab. Die Zeit war von Zensur, Säuberungsmaßnahmen, Zeitungsverboten, Sondersteuern und Gefängnisstrafen für Herausgeber und Redakteure gekennzeichnet. Die Presse wurde streng überwacht.

Dennoch kann für alle deutschen Länder behauptet werden:

Presse und Landtag gewannen Bedeutung als Instrumente bürgerlich-liberaler Opposition gegen die Regierungen; seit 1815, stärker noch nach der französischen Julirevolution von 1830, etablierte sich eine politische Öffentlichkeit in der Gesellschaft weit über die gebildete und meist staatsnahe Aufklärungsgesellschaft des 18. Jahrhunderts hinaus; die fundamentale, immer weitere Bevölkerungsschichten einbeziehende Politisierung ließ sich für die Zwecke der Regierungen nicht mehr einfach instrumentalisieren, sondern stieß mit diesen immer häufiger und grundsätzlicher aufeinander.

(Nolte 1994, S. 86)

Ministerial-Zeitungsbüro von 1841 bis 1848

Nach einem Thronwechsel 1841 in Preußen begann mit der Einrichtung des Ministerial-Zeitungsbüros ein Neuanfang staatlicher Öffentlichkeitsarbeit. Mit Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der Friedrich Wilhelm III. ablöste, waren generell hohe Erwartungen verbunden.1 Vor allem die „Liberalen setzten große Hoffnungen auf ihn, zumal er die Zensur lockerte sowie Ernst Moritz Arndt und Ludwig Jahn, die Opfer der (so genannten) Demagogenverfolgungen geworden waren, rehabilitierte. Hinsichtlich einer Verfassungsreform ging es in Preußen jedoch nicht voran.“ (Naumann 2008, S. 38)

Nach nur sieben Jahren seiner Existenz, 1848, stellte das Ministerial-Zeitungsbüro in den Revolutionstagen seine Existenz ein.2

Autor(en): T.L.C.G.K.Z.

Anmerkungen

1 „Er war geistig und künstlerisch hochbegabt, aber sprunghaft in seinem Charakter und neigte zu mystisch-romantischen Auffassungen (der ‚Romantiker auf dem Thron‘).“ (Naumann 2008, S. 38) Zum Ministerial-Zeitungsbüro von 1841 vgl. auch Kunczik 1997, S. 83f.
2 Vgl. Sänger 1966, S. 14.

 

Bildnachweis für Beitragsbild (Karte ganz oben): Königreich Preußen im Deutschen Kaiserreich. Quelle: IEG-Maps project, Urheber: User:52 Pickup. Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.de