AEG

Auf und Ab eines Weltunternehmens – die Marke bleibt

Aufstieg zum Elektrokonzern

Abb.: AEG-Gründer Emil Rathenau. Quelle: Wikimedia Commons (gemeinfrei).

AEG ist ein Beispiel dafür, wie ein einstmals führendes und mächtiges Unternehmen eine Welt-Marke hervorbringt, die die Existenz des Unternehmens überdauert. Nachdem Emil Rathenau 1883 die Patente des amerikanischen Erfinders Thomas Edison für Deutschland übernommen und die Deutsche Edison-Gesellschaft (DEG) gegründet hatte, benannte sich die DEG vier Jahre später (1887) in Allgemeine Electricitäts-Gesellschaft um. Der Siegeszug des elektrischen Lichts trug den Glühlampenhersteller AEG 1914 an die Weltspitze. Die PR-Geschichte der AEG ist hochinteressant – auch in ihrer teilweisen Bezogenheit auf den Konkurrenten Siemens – und von der Forschung vergleichsweise gut aufgearbeitet.1 Insbesondere gelang es der Firma immer wieder, Aufmerksamkeit zu erlangen. „Zum Logo wurde die ‚Göttin des Lichts’, ein barbusiger Engel, der in der damaligen Zeit einen Skandal heraufbeschwor.“ (dpa 2005) Durch den Alltagsbezug seiner Produkte konnte sich die Marke im Bewusstsein mehrerer Generationen verankern.

Im Ersten Weltkrieg war die AEG ein wichtiger deutscher Rüstungsproduzent. 1915 starb Firmengründer Emil Rathenau. Sein Sohn Walther (* 1867), der bereits mehrere Aufgaben in der Firma erfüllt hatte und Berater des Vaters war, wurde „Präsident der AEG“. Die unmittelbare operative Leitung ging an Felix Deutsch. Walther Rathenau, anfangs der Weimarer Republik Reichsaußenminister, fiel 1922 einem rechtsextremistischen Attentat zum Opfer.

Höhen und Tiefen nach dem Ersten Weltkrieg

Abb.: Walther Rathenau, Sohn des Firmengründers, 1921. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-L40010 / CC-BY-SA http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.de

Nach dem Krieg strauchelte die AEG, ein Auf und Ab begann. Die Weltwirtschaftskrise beutelte das Unternehmen arg. Dennoch konnte AEG 1941 Telefunken übernehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg startete das Unternehmen – trotz schwieriger Ausgangsbedingungen – noch einmal durch. Die AEG engagierte sich in Haushaltsgeräten, Kraftwerken und Atomenergie.

„1970 stand AEG-Telefunken an 12. Stelle in der Weltrangliste der größten Elektrounternehmen und beschäftigte weltweit 178 000 Mitarbeiter. Doch die niedrige Eigenkapitalquote und die hohe Verschuldung bedrohten den Konzern.“ (dpa 2005) Ein Konkursverfahren nach ‚riesigen Verlusten‘ konnte 1982 abgewendet werden, 1985 gelang der Einstieg von Daimler-Benz. „AEG schien gerettet und ging weltweit erneut auf Einkaufstour: Automatisierungstechnik, Mikroelektronik, Schienenverkehrstechnik.“ (dpa 2005) Doch bald zwangen wieder Verluste zu Verkäufen, zum Abstoßen ganzer Sparten. Der Bereich Haushaltsgeräte und damit auch das Traditionswerk in Nürnberg wurden 1994 von Electrolux übernommen. „Am 17. Januar 1996 besiegelte der AEG-Aufsichtsrat die Verschmelzung der AEG mit der Daimler-Benz AG. Der Konzern wurde abgewickelt. 1999 wurde die einstige AEG-Hauptverwaltung in Frankfurt gesprengt.“ (dpa 2005)2

Autor(en): T.L.

Anmerkungen

1 Vgl. insbesondere: Zipfel, Astrid (1997): Public Relations in der Elektroindustrie: Die Firmen Siemens und AEG 1847-1939. Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag GmbH.

2 Vgl. auch: Strunk, Peter (2000): AEG – Aufstieg und Niedergang einer Industrielegende. Berlin: Nicolai. Dazu auch die Rezension unter: http://www.udo-leuschner.de/rezensionen/rf0001aeg.htm Eine offizielle Webseite mit einigen historischen Daten wird vom Lizenznehmer Electrolux betrieben: http://www.aeg.com/de/AEG/Geschichte-des-AEG/ Vgl. auch http://www.aeg-haustechnik.de/unternehmen/ueber-uns/geschichte/geschichte/