NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg II

NS-Diktatur (Teil II von zwei Teilen)

Einführung zum Teil II

Rückblick auf den ersten Teil

Im ersten Teil unserer Abhandlung über Öffentlichkeitsarbeit/PR bzw. Unternehmens- und Organisationskommunikation in der NS-Zeit haben wir zentrale Befunde zur Real- und Reflexionsgeschichte präsentiert und für das Arbeitsfeld des Corporate Publishing bzw. der Corporate Media (Unternehmensmedien) konkretisiert.

Wir konnten das Vorhandensein einer entsprechenden Praxis der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit konstatieren, einschließlich institutioneller Strukturen sowie handwerklicher Instrumente.

Bentele fasst innerhalb seiner Periodisierung deutscher Öffentlichkeitsarbeit/PR insbesondere die Pressearbeit von 1933 bis 1955 als „3. Periode“.

Das Berufsfeld der Öffentlichkeitsarbeit existierte (…) – wenngleich unter ganz neuen gesellschaftlichen Vorzeichen – weiter, ebenso wie im Übrigen die Berufsfelder des Journalismus und der Werbung.

(Bentele/Liebert 2005, S. 227)

Vorgehen im zweiten Teil

Hier, im zweiten Teil nehmen wir eine theoretisch-systematisch basierte Einordnung vor. Dabei nutzen wir das Verhältnis von Demokratie (bzw. Nicht-Demokratie) und ÖA/PR – ein Thema, das in der heutigen Fachdebatte explizit oder zumindest latent eine zentrale Rolle spielt.

Abb.: SABA-Werbung von 1933 als Ausdruck der politischen Bedeutung des Hörfunks, die zugleich seine ökonomische Verwertung zeigt. Aus dem Buch „Piratensender – Geschichte und Praxis“ von Wolf-Dieter Roth. Quelle: Wikimedia Commons (gemeinfrei).

Außerdem wählen wir – anhand entsprechender Literatur – einen modernisierungsgeschichtlichen bzw. massenkulturellen Zugang, in Verbindung mit einer Erörterung des „Medialisierungsschubs“ in den 1930er-Jahren.

Peter Szyszka weist in Fröhlich/Szyszka/Bentele (2015, S. 494) – unter Bezug auf Lange 2010, S. 35 – auf den Einfluss der „modernen Massenkultur“ hin. Dem konnte sich weder seinerzeit das NS-Regime entziehen, noch sollte heute die PR-Historiographie in ihrer Retrospektive auf die damalige NS-Zeit darauf verzichten.

Wir stützen uns dabei vor allem auf die Quelle Day 2004. Diese scheint uns besonders geeignet, weil sie nicht nur theoretisch-systematisch argumentiert. Vielmehr stützt sie ihre Schlüsse auf eine sehr „dichte“, konkrete Darstellung des spezifischen Kommunikationsfeldes von Automobilindustrie bzw. -rennsport. Diese konkret-praktischen Befunde thematisieren wir allerdings nicht hier, sondern in einem speziellen Beitrag des PR-Museums.

Autor(en): T.L.